DSLnachPankow - HSDPA vor dem Start - Entwickelt sich UMTS zur ernsthaften Breitbandalternative? [Update_7 11.09.2007] - HSDPA/UMTS - Artikel
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HSDPA/UMTS : HSDPA vor dem Start - Entwickelt sich UMTS zur ernsthaften Breitbandalternative? [Update_7 11.09.2007]
Geschrieben von Steppi am 20.02.2006 07:00:00 (5877 x gelesen)

In den vergangenen fünfzehn Monaten hat ein neuer kryptischer Begriff seinen Weg aus den Entwicklungslabors in die Öffentlichkeit gefunden, mit dem viele Hoffnungen verbunden werden: HSDPA. Für die Mobilfunkbetreiber erscheint HSDPA als Retter der für teures Geld erworbenen UMTS-Frequenzen, die nicht so einträglich sind, wie beim Auktionstermin geglaubt. Dienste wie Handy-TV, Musik- und Videostreaming sollen nun die Kasse klingeln lassen, außerdem soll UMTS damit fit werden für den Wettbewerb mit leistungsfähigen mobilen Technologiealternativen. Und Schmalbandopfer hoffen, dass HSDPA endlich schnelles und finanzierbares Breitband nach Hause, in die Firma und am besten auch noch unterwegs bringt. Zur CeBIT in zweieinhalb Wochen ist es nun soweit: Ab März 2006 werden HSDPA-Netze angeschaltet.

Wie in Erfahrungsberichten und der Diskussion bei DSLnachPankow erkennbar ist, haben sich nicht wenige Pankower Bürger und Gewerbe UMTS als Ausweg aus der DSL-Diaspora zugelegt. Ursprünglich nicht als Breitbandsubstitut auf den Markt gebracht, sind Schmalbandopfer schon mit den leidlich schnellen Geschwindigkeiten von UMTS besser dran als mit einem 56K-Modem oder ISDN. Leidensfähig ist man hier obendrein. Wenn Verbindungsabbrüche und hohe Latenzzeiten das Surfvergnügen auf der nach unten offenen miese Verbindungsskala auf das Niveau sibirischer Außentemperaturen absenken, ist dennoch latent das Bewusstsein vorhanden, dass der Pankower Schmalbandalltag härter ist.

Eine frische Markterhebung behauptet, dass lediglich zwei Prozent der Mobilfunknutzer UMTS nutzen. Massenmarkt sieht anders aus. Vermutlich ist der Nutzungsgrad in UMTS-versorgten Schmalbandgebieten höher. Dennoch: Obwohl UMTS als Breitbandersatz in den hiesigen Alltag Einzug gehalten hat, würden die meisten Verträge aufgrund der UMTS-Defizite wohl auslaufen, wenn es "echtes" Breitband gäbe. HSDPA , der sog. Datenturbo für UMTS, könnte dies ändern, UMTS/HSDPA zu einem ernstzunehmenden Angebot für Breitbandnutzer in der DSL-Diaspora entwickeln und damit ein erfolgreiches Geschäftsmodell kreieren.

Die Technologie

HSDPA bedeutet High Speed Downlink Packet Access und ist ein Sammelbegriff für verschiedene Technologien, mit denen die Leistungsfähigkeit der UMTS-Sendeanlagen erhöht werden soll. Die derzeit maximale 384 Kbit/s-UMTS-Bandbreite soll stufenweise auf 10 MBit/s, 20 MBit/s und - glaubt man den Medienankündigungen - sogar noch weiter erhöht werden. Wie bisher teilen sich die UMTS-Kunden die in einer Funkzelle zur Verfügung stehende Bandbreite, doch können nach dieser Leistungssteigerung sowohl mehr Nutzer versorgt werden als auch höhere Geschwindigkeiten zur Verfügung gestellt werden. Als erster HSDPA-Schritt scheinen alle Anbieter die 1,8 MBit/s-Marke im Visier zu haben.

HSDPA ist offenbar auch für kürzere Latenzzeiten (sog. Pings) gut. Vodafone spricht von Latenzen unter 100ms, laut dem Hersteller Nortel sollen Reduzierungen bis auf 65ms bevorstehen. Ein Standard, der die Übertragungsraten vom Kunden zum Server (upstream) erhöhen soll, ist für die diesjährige CeBIT angekündigt. Während die Mobilfunkbetreiber bei den meisten Sendestationen mit einem Softwareupdate auskommen, benötigt der Kunde neue Endgeräte. T-Mobile ist bereits seit dem Herbst 2005 mit einer HSDPA-fähigen Laptopkarte am Markt, die mittels Softwareupdate zur Markteinführung freigeschaltet wird. HSDPA-Handys wurden von BenQ und Samsung für den Sommer 2006 angekündigt, weitere HSDPA-fähige Datenkarten für die PCMCIA-Schnittstelle gerade auf einer Telekommunikationsmesse in Barcelona zuhauf vorgestellt.

Die Anbieter

T-Mobile

Die Telekomtochter startet ihr HSDPA-Angebot zur CeBIT 2006. Der neue Standard soll sofort zur Einführung im gesamten UMTS-Netz zur Verfügung stehen. Das notwendige Endgerät ist seit Herbst 2005 verfügbar. Die "Mobile DSL Card 1800" ist nur in Verbindung mit einem T-Mobile Datentarif im Onlineshop für 49,95€ erhältlich. Die Datenrate liegt bei bis zu 1,8 MBit/s im Download. In weiteren Ausbaustufen sollen zunächst 3,6 MBit/s, später 7,2 MBit/s erreicht werden. Über Preise und Umfang der Tarife ist noch nichts bekannt.

Vodafone

Auch Vodafone kündigt die HSDPA-Einführung zur CeBIT an, jedoch wird sich das Angebot vorerst wahrscheinlich auf Geschäftskunden beschränken. Zudem wird zu Beginn nicht das gesamte Vodafone-UMTS-Netz versorgt, der weitere Ausbau soll aber zügig erfolgen. Das Vodafone-Ziel lautet 14,4 MBit/s. Zur Einführung spricht man von bis zu 2 MBit/s. Anders als T-Mobile kündigen die Düsseldorfer aber auch gleichzeitig eine Erhöhung des Uploads auf bis zu 384 kBit/s an. Auch Vodafone wird zur Einführung eine PC-Datenkarte mit einer Leistung von bis zu 1800 kBit/s im Angebot haben.

E-Plus

E-Plus ist ebenfalls an HSDPA interessiert, hat es aber offenbar nicht ganz so eilig mit der Einführung. 1,8 Mbit/s erscheinen aber auch bei E-Plus noch in diesem Jahr möglich. Endgeräte wurden noch nicht vorgestellt. Auch hier ist noch nicht bekannt, ob HSDPA mit bestehenden Tarifen wie der UMTS-Flatrate von Base genutzt werden kann.

O2

Die Einführung von HSDPA soll sechs bis neun Monate später als bei T-Mobile und Vodafone erfolgen, damit aber noch im Jahr 2006. Wie bei E-Plus lockt die Mitnahme des Weihnachtsgeschäfts. Allerdings wird O2 schon im Mai UMTS für Genion-Kunden anbieten und dies sogar zu günstigeren Preisen als bisher für die Nutzung von GPRS zu bezahlen sind.

Fazit

Zweifellos ist HSDPA ein großer Sprung für den UMTS-Standard. Technologisch hat UMTS/HSDPA das Zeug, Schmalbandgebieten einen Ausweg zu bieten. Alle Anbieter bieten im Bezirk Pankow flächendeckend UMTS an. Wenngleich die Erfahrungswerte mit den existierenden UMTS-Angeboten als Breitbandalternative unterschiedlich ausfallen, verspricht der Leistungssprung durch HSDPA zuverlässigere leistungsstarke Verbindungen. Sollte tatsächlich ein vergleichsweise unaufwändiges Softwareupdate der bestehenden Sendestationen die flächendeckende UMTS/HSDPA-Versorgung bringen können, ist zu wünschen, dass neben T-Mobile auch Vodafone zeitnah zur CeBIT in Pankow startet und die anderen beiden Anbieter früher in den Markt gehen.

Der Markt für schnelles und komfortables Breitband wartet in DSL-freien, aber UMTS-versorgten Gebieten. Statt auf einen Markt mit Handy-TV und ähnlichem Firlefanz zu bauen, sollten sich die Strategen bei O2 und E-Plus Ihre Chancen bewusst machen. Mit den erkennbaren Entwicklungsperspektiven fällt UMTS/HSDPA ernsthaft unter die Kategorie Breitband. Spätestens damit treten die Anbieter in ein neues Marktsegment und einen neuen Wettbewerb ein. Ob allerdings am Jahresende in Pankow noch rund 50.000 breitbandunversorgte Haushalte bestehen, ist wenig wahrscheinlich. Jetzt besteht die Möglichkeit eine große Zahl Kunden zu gewinnen, später im Jahr gibt es nur noch Brosamen.

Bleibt die Frage nach den Kosten. Wenig genaues weiß man zurzeit, doch vorläufig ist von attraktiven Preismodellen wenig zu sehen. Schaut man sich die verfügbaren und angekündigten Endgeräte und ihre Preise an, lautet die Zielgruppe allein zahlungskräftige Geschäftskunden. Wie beim seinerzeitigen Start herkömmlicher GSM-Handies und von UMTS könnten also für den Massenmarkt unattraktive Tarife zur Markteinführung kommen. Die spannende Frage ist, wie schnell diese Tarife angesichts des umkämpften mobilen Telekommunikationsmarktes, bevorstehender leistungsfähiger Standards wie mobiles WiMAX und Ausbau weiterer Breitbandangebote ins Rutschen geraten.

Es ist aber auch eine Alternative denkbar, wenn die Anbieter erkennen, in welches Marktsegment sie mit UMTS/HSDPA eintreten. Dieser Markt wünscht sich Tarife, die sich am DSL-Standard orientieren. Und das heißt idealerweise ein angemessener Pauschaltarif (flatrate) statt komplizierter Volumen- oder zeitbasierter Tarifmodelle. E-Plus hat es mit seiner Base UMTS-Daten-Flatrate vorgemacht.

Dank an Flora

[Update_1 09.03.2006:] Die CeBIT bringt's:

T-Mobile

Pünktlich zum Start der CeBIT 2006 steht HSDPA in weiten Teilen des UMTS-Netzes von T-Mobile zur Verfügung. Bis zum Mai 2006 soll bereits das gesamte Netz HSDPA-fähig sein. Die für den Endkunden errichbaren Datenraten liegen bei den angekündigten 1,8 MBit/s. Zum HSDPA-Start bleibt es bei der "Mobile DSL Card", die mittlerweile mit 24-Monats Vertrag für 1€ zu haben ist. Noch diesen Monat soll eine weitere WLAN-fähige PCMCIA-Karte folgen. Für den Früsommer 2006 sind erste HSDPA-Handys angekündigt. Im Sommer 2006 soll dann auch eine HSDPA-fähige web'n'walk-Box den direkten Anschluss eines PC's ermöglichen.

Zum HSDPA-Start ist ein neuer Datentarif eingeführt worden, mit dem sich alle T-Mobile-Datenübertragungstechniken nutzen lassen. Ob andere Tarife ebenfalls mit HSDPA nutzbar sind, geht aus der Meldung nicht hervor. Die Mindestvertragslaufzeit ohne Gerät beträgt für die HSDPA-Datenoption 3 Monate.

Folgende Kosten hat der angehende T-Mobile-HSDPA-Kunde zu erwarten (Stand: 09.03.06):

Anschaffung PCMCIA-Karte: __________________ 1€ (24-monats Vertrag)
T-Mobile Tarif: z. B. DataConnect Exclusive: ______ 8,95€/Monat
Datenoption: web'n'walk XL: _________________ 35€/Monat + 1€ je tatsächlichem Nutzungstag


Bei 20 Tagen im Monat hat der Kunde damit 63,95€ zu zahlen. Dafür erhält er den Zugang zu sämtlichen T-Mobile-Netzen und darf jeden Monat 5 Gigabyte Daten übertragen und zusätzlich 200 Std. im Monat die WLAN-HotSpots von T-Mobile nutzen. Wer 5 Gigabyte in einem Monat überschreitet, zahlt 1€ für jedes weitere Megabyte. Die Nutzung von VoIP wird ausgeschlossen.

Vodafone

Vodafone startete heute HSDPA unter dem Namen "UMTS Broadband". Die Netzabdeckung beschränkt sich vorerst auf Düsseldorf, Hannover, Frankfurt und München. Wann Berlin an der Reihe ist, ist nicht bekannt, es heißt aber, der der weitere Ausbau werde zügig angegangen. Neben der bisher angekündigten PCMCIA-Karte werden demnächst HSDPA-fähige Laptops auf den Markt kommen. Die angegebene Übertragungsrate ist mit der von T-Mobile identisch, jedoch spricht man bei Vodafone von 1,4 MBit/s im Downstream im Alltagsbetrieb.

Auch Vodafone führt eine für UMTS Broadband nutzbare Tarifoption ein: Die "WebConnect Fair Flat National" ist zu Sprachtarifen mit Mindestlaufzeit oder zu den Vodafone BusinessData-Datenkarten buchbar. Auch in diesem Traif wird bei Nichtverfügbarkeit von UMTS Broadband auf andere lokal verfügbare Übertragunstechniken von Vodafone zurückgegriffen.

Es ergibt sich folgende Kostenrechnung:
Anschaffung PCMCIA-Karte: _________________ 1€ (24-monats Vertrag)

Vodafone-Datenkarte: _________________ mind. 6,96€ im Monat
UMTS Broadband Nutzungsentgelt: ___________ 9,86€ im Monat ab 1. Nov 2006
Tarifoption WebConnect Fair Flat National: _____ 49,30€ im Monat


Daraus ergeben sich bis zum 1. November 2006 monatliche Kosten von 56,26€. Darin enthalten sind 5 Gigabyte Übertragungsvolumen je Monat. Mehrvolumen wird allerdings erst ab zwei Überschreitungen in Folge berechnet, dann aber auch mit immerhin 0,50€ je Megabyte. Eine Mindestvertragslaufzeit wird nicht genannt.

Ob HSDPA damit jetzt schon attraktiv ist, muss jeder für sich entscheiden. Eines haben die Netzbetreiber aber wieder deutlich verfehlt: Endlich übersichtliche, schnell verständliche Tarifstrukturen zu schaffen!

[Update_2 02.04.2006:] Wie heute auf teltarif.de zu lesen ist, hat Vodafone seine Netzabdeckungskarte um HSDPA erweitert. Klar zu erkennen ist auf dieser Karte die HSDPA-Versorgung von Düsseldorf, Hannover, Frankfurt und München, die zur CeBIT angekündigt wurde. Informationen über die weitere Ausbauplanung wurden nicht bekannt gegeben.

[Update_3 01.08.2006:] Inzwischen zeigt die Karte auch HSDPA in Berlin an. Die tatsächliche Netzabdeckung kann sogar über die angezeigten Bereiche hinausgehen. Wir empfehlen daher, die aktuellen Informationen und Diskussionen in den Diskussionsforen bei DSLnachPankow zu verfolgen.

[Update_4 02.09.2006:] Unsere Weblinks enthalten nun auch die HSDPA-Versorgungskarte von T-Mobile.

[Update_5 08.10.2006:] Ausführliche Erfahrungen aus Pankow und hilfreiche Tipps zu den verschiedenen HSDPA-beschleunigten Netzen im Breitbandalternative HSDPA-Forum bei DSLnachPankow sowie einige Beiträge in den regionalen Foren. Zum herkömmlichen UMTS von Vodafone und O2 ausführliche Erfahrungsberichte in unseren Meldungen sowie Diskussionen im Versorgungslage drahtlos-Forum.

[Update_6 08.11.2006:] Nachdem Vodafone bereits vor einiger Zeit begonnen hat, die HSDPA-Geschwindigkeit seines UMTS-Mobilfunknetzes auf 3,6 Mbit zu verdoppeln, gab heute beinahe beiläufig auch T-Mobile bekannt, seine Netzgeschwindigkeit zu erhöhen. T-Mobile hat jedoch nicht mitgeteilt, wann und wo HSDPA mit 3,6 Mbit zur Verfügung gestellt wird. Ob Vodafone inzwischen in Teilen Berlins oder Pankows schnelleres HSDPA anbietet, ist DSLnachPankow nicht bekannt.

[Update_7 11.09.2007:] Einer Meldung beim Branchendienst Heise zufolge, wird nun E-Plus ab 2008 ebenfalls sein UMTS-Netz mit HSDPA aufrüsten.

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