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Blankenfelde : Ergebnisse der Blankenfelder Bürgerversammlung [Update_6 06.03.2013]
Geschrieben von danny2630 am 15.04.2012 17:00:00 (2030 x gelesen)

Immerhin vier Breitbandanbieter stellten sich den 100 bis 120 mitunter sehr emotionalen Bürgerinnen und Bürgern auf dem rappelvollen Stadtgut. Weitere Netzbetreiber hatten den Weg zur vom Bezirksamt Pankow in Zusammenarbeit mit DSLnachPankow organisierten Bürgerversammlung in Blankenfelde nicht gefunden. So vermisste man insbesondere die eingeladenen E-Plus und Telefónica/O2, die wie die anwesenden T-Mobile und Vodafone für die Pankower Bezirksverordneten Ansprechpartner einer kurzfristigen Verbesserung der in Blankenfelde hilfsweise genutzten mobilen Breitbandzugänge waren. Vodafone wurde konkret, die Kapazität ihres Mobilfunknetzes, das aufgrund der hohen Nachfrage Leistungseinbrüche hat, soll noch in diesem Jahr um 50 Prozent erhöht werden. T-Mobile hingegen behauptete, in ihrem UMTS-Netz bestünden vor Ort keine Kapazitätsengpässe. Der Einwurf, dass dieses wegen seiner Langsamkeit und nur partiellen Verfügbarkeit auch kaum genutzt werde, führte nicht etwa zur Aussage, man werde eine bessere Ausleuchtung der Blankenfelder Ortsteile prüfen. Er wurde einfach ignoriert.

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Ähnlich ignorant zeigte sich die Deutsche Telekom, als es um die durchs Publikum vordringlich gewünschte drahtgebundene Erschließung in Blankenfelde ging. Weder der Hinweis, dass Glasfaserleitungen des Unternehmens in nur wenigen Metern Entfernung lägen noch eine Unterschriftensammlung des Bürgervereins sorgten für Interesse. Stattdessen rückte der Unternehmensvertreter die sog. Wirtschaftlichkeitslücke in den Fokus, die durch staatliche Fördergelder beseitigt werden müsse - wohlwissend, dass im Stadtstaat Berlin andere Bedingungen für die Breitbandförderung bestehen als in den Flächenländern. Gleichwohl nahm Pankows Bürgermeister Matthias Köhne (SPD) den Ball auf und sicherte zu, beim Senat prüfen zu lassen, ob und wie eine Ausbauförderung möglich wäre. Er verwies dabei auf die Übereinkunft der beiden Berliner Regierungsparteien SPD und CDU, die digitalen Zugangsmöglichkeiten weiter zu verbessern. Immerhin heißt es im Koalitionsvertrag, "wir (werden) mit privaten Partnern den Ausbau des Glasfasernetzes in Berlin vorantreiben".

Für einen solchen Ausbau kämen grundsätzlich auch die beiden Fernsehkabelnetzbetreiber Primacom und Kabel Deutschland in Frage, die in der Diskussion ebenfalls auf die mangelnde Rentabilität eines Ausbaus hingewiesen hatten. Die in Pankow gerade in Kooperation mit der Gesobau sehr aktive Primacom betonte, eine Erschließung sei ihr nicht möglich, da sie vor Ort keine Infrastruktur haben. Kabel Deutschland bestätigte, dass es an einigen Ecken Glasfaser gebe. Diese sei jedoch mangels Rückkanals nicht breitbandfähig. Auch das trotz einer Zusage ferngebliebene Berliner Unternehmen DNS:Net, das zurzeit vor allem im Berliner Umland durch eine hochperformante Breitbanderschließung auf sich aufmerksam macht, wäre womöglich zu einem solchen Ausbau in der Lage. Realistischerweise wird aber ein Ausbau mit Erdarbeiten nicht kurzfristig erfolgen.

Damit richtete sich der Fokus auf die neue und leistungsstarke mobile Breitbandtechnologie LTE. Die BVV hatte Erwartungen geäußert, dass in einem zweiten Schritt nach der Kapazitätserweiterung der UMTS-Netze hierdurch möglichst bald neue zusätzliche Breitbandzugänge geschaffen werden könnten. Ein stadtnaher Ausbau der sog. Digitalen Dividende in der Brandenburger Gemeinde Mühlenbecker Land, der für LTE auch in Blankenfelde sorgen könnte, wurde nicht konkret in Aussicht gestellt. T-Mobile/Deutsche Telekom und Vodafone machten auch keine Hoffnungen, dass eine Antennenerschließung Blankenfeldes vor 2013 erfolgen werde. Zuerst würden in Berlin profitablere Standorte ausgebaut. Der Hinweis aus dem Publikum, dass der Anbieter mit den ersten Antennen für Blankenfelde auch die Kunden gewinnen würde, zündete nicht. Vielleicht aber doch. Denn durch die hohe Reichweite von LTE im 800 Mhz-Band dürften vermutlich auch weiter entfernte Antennen genutzt werden können, egal ob innerstädtisch oder in Brandenburg. Und wie man hört hat Vodafone beim Einschalten dieser LTE-Standorte ebenfalls die Nase vorn.

[Update 16.04.2012/Update_2 25.05.2012:] Ergänzungen im Text und redaktionelle Überarbeitung, Link zum Diskussionsbeitrag "Und LTE funkt doch in Blankenfelde" auf vorletzte Zeile gelegt.

[Update_3 12.06.2012:] Nun liegt er vor, der erste Zwischenbericht zur Verbesserung der Blankenfelder Breitbandversorgung für die BVV-Tagung am 13. Juni 2012. Kurz und knapp: Nicht nur Funklösungen mit UMTS in diesem und LTE im kommenden Jahr wird es geben, sondern voraussichtlich auch einen drahtgebundenen Breitbandausbau. Und diesen sogar ohne Fördermittel, die nach Auskunft des Senates nicht zur Verfügung stünden. In den Gesprächen mit der Wirtschaftsförderung und DSLnachPankow deutete DNS:Net an, eine VDSL-Erschließung noch für das Jahr 2012 für möglich zu halten. Vorausgesetzt, die Witterungsbedingungen spielen mit.

[Update_4 09.10.2012:] Mit dem zur BVV-Tagung am 26. September vorgelegten 2. Zwischenbericht zieht Ernüchterung ein: DNS:Net hat für einen drahtgebundenen Breitbandausbau in Blankenfelde abgewunken, lediglich für einige andere nördliche Ortsteile erfolgt wohl noch eine Prüfung. Damit ist klar, dass in diesem Jahr ein solcher Ausbau im Pankower Norden ausfällt. Ob es neben der für 2013 angekündigten LTE-Erschließung durch T-Mobile und Vodafone auch eine drahtgebundene Erschließung geben kann, müssen nunmehr Gespräche mit einem norddeutschen Anbieter - mr. net - erweisen.

[Update_5 24.02.2013:] Ende letzten Jahres führten wir gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Pankow auch mit einem dritten - reinen - Glasfaseranbieter namens Fiber4all Gespräche über eine mögliche Erschließung Blankenfeldes. So angenehm die Gespräche waren, so deutlich wurde auch hier, dass die Wirtschaftlichkeitsbarriere einer leitungsgebundenen Erschließung im Wege stehen würde. Mittlerweile zeigen jedoch Foreneinträge bei DSLnachPankow, dass als Alternative die Erschließung durch mobiles Breitband LTE in Blankenfelde sehr weit fortgeschritten ist. Erstmals steht damit den meisten Menschen eine Alternative zu den völlig überlasteten UMTS-Netzen zur Verfügung. Drei Anbieter bieten für Blankenfelde leistungsstarkes Funkbreitband LTE an: Deutsche Telekom/T-Mobile, Vodafone und Telefónica/O2. Über die qualitativen Unterschiede, die sich immer kurzfristig ändern können, geben die Forenbeiträge hier auf DSLnachPankow Auskunft.

[Update_6 06.03.2013:] Auch die Wirtschaftsförderung streckt die Waffen (Schlussbericht). Das Engagement für eine leitungsgebundene Breitbanderschließung in Blankenfelde und anderer nördlicher Ortsteile von Pankow ist gescheitert. Aus Wirtschaftlichkeitserwägungen haben die Anbieter, mit denen die Gespräche geführt wurden, abgewunken. Nachdem nunmehr LTE verfügbar ist, ist auch nicht absehbar, dass es kurzfristig zu einem Ausbau leitungsgebundenen Breitbandes kommen wird.

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