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Blankenfelde : Sanierung des Stadtgutes Blankenfelde - ohne DSL? [Update 25.11.2011]
Geschrieben von Admin am 20.11.2011 14:20:00 (1567 x gelesen)

von Rudolf Freundorfer, StadtGut Blankenfelde e.V.

Spätestens ab Ende kommenden Jahres sollen 50 Erwachsene auf dem dann sanierten Stadtgut Blankenfelde wohnen und arbeiten. Nicht wenige werden auf schnelle Verbindungen zum Internet angewiesen sein. 2011 sollte man denken, dass dies in Berlin eine Banalität ist. Ich musste lernen, dass es alles andere als das ist. DSL oder andere schnelle Kabelverbindungen sind in 13159 Blankenfelde Fehlanzeige. Schnelles UMTS ("HSPA") gibt es zwar. Aber da dies alle rund 1.000 Blankenfelder nutzen (müssen), ist man zu Stoßzeiten fast wieder mit einem Modem schneller im Netz unterwegs. Ganz zu schweigen von den Volumengrenzen, den Preisen und der Spezialkenntnis bei der Auswahl der richtigen Technik. Ein baldiger Ausbau von DSL, VDSL oder Kabel-Breitband wäre wünschenswert, bleibt aber womöglich trotz vorhandenen Telekom-Glasfaserstranges Illusion. Schneller könnte daher die Erschließung mit einer neuen Breitband-Funktechnologie namens LTE gehen. Die Mobilfunker müssen nur ihre vorhandenen Funkmasten umrüsten. Und das möglichst bald.

2001 hatten Spaziergänger das Gelände des ehemaligen Stadtgutes entdeckt und sein Potential erkannt. Das führte zur Gründung des Vereins Stadtgut Blankenfelde, dessen gemeinnützige Ziele im Naturschutz, der Landschaftspflege sowie dem Denkmalschutz liegen. Ein weiteres Ziel ist ein generationsübergreifendes Wohnprojekt, dass das Stadtgut mit neuen Leben füllen soll. Das ehemalige Stadtgut in Pankow-Blankenfelde ist ein ca. 5,5 Hektar großes Grundstück mit ca. 17 Gebäuden. Zu Zeiten der DDR war es eine LPG und der wichtigste Arbeitgeber in Blankenfelde. Nach der Wende stand es leer.

2006 kaufte der Verein das Gelände vom Liegenschaftsfonds. Er übergab den Boden an die Stiftung trias, die mit uns einen Erbbaupachtvertrag über 99 Jahre abschloss. Nach vielfältigen Aktivitäten von Seiten des Vereins, die leider nicht zum gewünschten Ziel der schrittweisen Sanierung der Gebäude führte, bekamen wir 2009 durch Vermittlung der Architektin Anita Engelmann Kontakt zur Baugenossenschaft Selbstbau eG. Nach umfangreicher inhaltlicher Diskussion und fachlicher Planung werden seit Mai 2011 die beiden Hauptgebäude saniert und als Wohnhäuser umgebaut. Mitte/Ende 2012 soll das Stadtgut bewohnt werden.

Soviel zur Vorgeschichte. Ich entdeckte das Stadtgut ebenfalls zufällig beim Spazieren gehen 2006. Ich war mit Freunden zum Reiten nach Blankenfelde gekommen. Das weitläufige Gelände und die freundliche und offene Atmosphäre unter den Vereinsmitgliedern hatten es mir sofort angetan und ich wurde Vereinsmitglied. Ende 2006 wurde von einer Gruppe der Vorschlag gemacht, das Erdgeschoss des Gutshauses zu renovieren und als Wohnraum bis zum Beginn der Sanierung zu nutzen. Ich war sofort begeistert und zog 2007 voller Enthusiasmus ein. Während ich beim Wohnfeeling nicht enttäuscht wurde, begegnete ich einem anderen Problem, von dem ich annahm, dass es das so in Berlin gar nicht mehr gab: ein Breitband-Internetanschluss!

Ich bin Freiberufler und auf einen schnellen Internetzugang, auch zuhause, angewiesen. Auf dem Stadtgut gab es zwei ISDN-Anschlüsse. Auch deshalb erwartete ich nicht, dass DSL ein Problem darstellen könnte. Da hatte ich aber falsch gedacht. Auf Nachfrage in einem Telekom-Shop bekam ich die Auskunft, dass das Gelände des Stadtgutes als unbebaut gilt und daher kein Antrag gestellt werden könne. Einen Antrag auf Anschluss könne nur der Bauherr stellen – was sich rückblickend auch nicht als hilfreich erwiesen hat. Wie der ISDN-Anschluss auf das Gelände kam, konnte mir die nette Mitarbeiterin nicht sagen. Die Leistungsmerkmale eines ISDN-Anschlusses waren aber ohnedies unzureichend.

Seit diesem Zeitpunkt kämpfte ich mit den Tücken der Netzbetreiber und der Technik um eine akzeptable Breitband-Lösung für mich zu finden. DSL wurde für meinen Standort auch von anderen Anbietern versprochen, also versuchte ich es über sie. Das Ergebnis war: niemand konnte einen Anschluss realisieren. Obwohl in Blankenfelde sogar ein Glasfasernetz der Telekom verlegt ist und ein Ortsteil von Blankenfelde, die Stadtrandsiedlung, mit VDSL versorgt ist, scheint es nicht im Interesse des rosa Riesen zu liegen, das Dorf Blankenfelde zu versorgen.

Behelfsweise Konsequenz war die Anschaffung eines UMTS-Modems. Da die Technik neu war und ich kein Fachmann bin, habe ich am Anfang viel Geld für die richtige Hardware ausgegeben. Nach dem ersten Jahr, in dem ich fast verzweifelt wäre und zwischen Internetcafé und dem Testen von Angeboten hin und her gesprungen bin, wurde die Technik besser und ich fand eine akzeptable Lösung für Breitband-Internet. Wobei akzeptabel auf Grund der geringen Empfangsstärke (je nach Position im oder vor dem Gebäude) und der "Wetterempfindlichkeit" der Technik, relativ war.

Seit dem Beginn der Sanierungsarbeiten am Stadtgut wohne ich jetzt wieder "in der Stadt" und genieße den Luxus eines komfortablen DSL-Zugangs. Bis jetzt konnte das beauftragte Haustechnikbüro noch keine klare Aussage treffen, ob und wann es eine Lösung des Problems geben wird. Die Mitarbeiter des rosa Riesen halten sich nach Aussagen des Haustechnikers sehr bedeckt und die verschiedenen Abteilungen arbeiten anscheinend schlecht zusammen.

Wenn nächstes Jahr aber 50 Menschen auf das Stadtgut ziehen, unter denen einige auch beruflich auf schnelle Internetverbindungen angewiesen sind, muss es Breitband-Zugänge geben. Wenn die Netzbetreiber offensichtlich keinen geschäftlichen Anreiz im Ausbau ihres drahtgebundenen Netzes in Blankenfelde sehen, kann stabiles Breitband auch gern per Funk kommen. Hoffnung setzen wir in die neue LTE-Technik. Dazu muss sich aber möglichst bald einiges tun, da im Nordosten von Berlin und dem angrenzenden Brandenburg bislang noch nichts davonzu sehen ist. Wenn Berlin als bedeutender Innovationsstandort gelten will, sollte es auch im Interesse der Politik liegen, die letzten „weißen Flecken“ auf der Landkarte der Breitband-Internetversorgung zu tilgen.

Link zum Diskussionsforum (Kein) DSL in Blankenfelde
[Update 25.11.2011:] Link zum DSLnachPankow-Forum Wirtschaftsstandort für einen Eindruck der Beeinträchtigung Blankenfelder Gewerbe durch die unzureichende Breitbandanbindung.

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