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LTE : Breitband aufs Land: Die Bestellseiten der Anbieter [Update_6 06.01.2012]
Geschrieben von Flora am 16.10.2010 13:10:00 (2172 x gelesen)

Drei der vier Mobilfunkanbieter in Deutschland, Deutsche Telekom (T-Mobile), Vodafone und Telefónica/O2, haben Lizenzen zur Nutzung der sog. Digitalen Dividende ersteigert. Diese durch Umstellung des Fernsehens von analoger auf digitale Übertragung freigewordenen Funkfrequenzen aus dem Bereich 790 MHz bis 862 MHz sollen entsprechend der Zielsetzung der Bundesbreitbandstrategie vordringlich zur Erschließung breitbandun- und -unterversorgter Regionen mit einem Breitbandmindestangebot eingesetzt werden. Alle drei Anbieter hatten in ihren Verlautbarungen nach dem erfolgreichem Abschluss der Lizenzauktion anklingen lassen, binnen kürzester Zeit den Netzausbau betreiben zu wollen. Zwischenzeitig ist auch mit der Umrüstung der Mobilfunkmasten begonnen worden. Dabei setzen alle auf die leistungsstarke, aber funkelnagelneue Mobilfunktechnologie LTE. Für diese liegen grundsätzlich zwar beispielsweise in Skandinavien erste Erfahrungen aus dem Netzbetrieb vor, allerdings in anderen Frequenzbändern. Für die Digitale Dividende gibt es bis dato indessen nicht einmal Nutzerendgeräte. Die sollen erst um den Jahreswechsel aus der Massenproduktion kommen.

Mittlerweile haben die drei (zukünftigen) Anbieter der Digitalen Dividende Webseiten geschaltet, die Einstiegsinformationen über die Breitbanderschließung per Funk enthalten und auf denen sich Interessenten registrieren können. Ferner wurden auch Hotlines geschaltet. Inwieweit durch gezielten Einsatz von Nachfragemacht ein Einfluss auf die Erschließung möglich ist, hat kein Anbieter transparent gemacht.

● Deutsche Telekom: Call&Surf Comfort via Funk, Hotline: 0800 33 01000
● Vodafone: Turbo-Internet, Hotline: 0800 10 700 74
● Telefónica/O2: Die neue Generation des schnellen Internets LTE, Hotline: 0800 30 300 11

Bei der Veröffentlichung von Leistungs- und Preisdetails halten sich die Anbieter weiterhin überwiegend bedeckt, obwohl ein Start der Angebote nicht mehr lange auf sich warten lassen soll. Allein Vodafone hat die Internationale Funkausstellung Anfang September genutzt, um konkreter zu werden: Danach kostet ein Zugang mit bis zu 7,2 Mbit knapp 40 Euro pro Monat. Nach einem Datenverbrauch von 10 GB wird die Geschwindigkeit auf 384 Kbit reduziert. Ein leistungsstärkerer Zugang mit bis zu 21,6 Mbit kostet monatlich rund 50 Euro und wird ab 15 GB gedrosselt. Am obersten Ende der Leistungsskala soll ein Zugang mit bis zu 50 Mbit angeboten werden. Der kostet 70 Euro und hat eine Drosselung bei 30 GB. Wer bereits Vodafonekunde ist, erhält die Angebote 10 Euro günstiger. Die Tarife der anderen Anbieter dürften sich nicht grundlegend unterscheiden.

Bleibt die Frage, ob die Digitale Dividende wirklich maßgeblich zur restlosen Beseitigung der weißen Flecken im ländlichen Raum beitragen wird. Zu gern möchte man den Optimismus des Bundeswirtschaftsministeriums und der Anbieter teilen, dass der Unterversorgungsaspekt der digitalen Spaltung zügig der Vergangenheit angehören wird. Beobachtet man die einschlägigen Diskussionsforen, überwiegt jedoch die Skepsis der gebeutelten Schmalbandnutzer. Mit einiger Berechtigung, denn nicht eingelöste Versprechungen durch die Anbieter und die Politik gab es in den vergangenen Jahren en masse. Die jüngste Jubel-Pressemitteilung des Bundeswirtschaftsministers war ebenfalls alles andere als geeignet, neues Vertrauen aufzubauen: Tatsächlich war mit der Breitbandstrategie Anfang vorigen Jahres angekündigt worden, bis Ende 2010 eine flächendeckende Breitbandversorgung hinzubekommen. Dies räumt Brüderle nun ein, sei nicht mehr zu schaffen.

[Prioritätenliste der breitbandun(ter)versorgten Regionen:] Auf Grundlage von Meldungen aus den Flächenbundesländern ist diese vierstufige Prioritätenliste für die Breitbanderschließung mithilfe der Digitalen Dividende entstanden. Dabei handelt es sich bei Prioritätsstufe 1 um: gemeldete Gemeinden mit bis zu 5.000 Einwohnern, Prioritätsstufe 2: gemeldete Gemeinden mit 5.000 bis 20.000 Einwohnern, Prioritätsstufe 3: gemeldete Gemeinden mit 20.000 bis 50.000 Einwohnern, Prioritätsstufe 4: gemeldete Gemeinden mit mehr als 50.000 Einwohnern.

[Update 24.10.2010:] Auch in Pankow gibt es - neben einigen anderen Gebieten in Berlin - immer noch unzureichend mit Breitbandzugängen erschlossene Ortsteile. Dazu zählt am Stadtrand nach wie vor Blankenfelde-Dorf. Es lässt sich derzeit nicht eindeutig beantworten, ob die Digitale Dividende hier hilfreich sein kann, weitere Breitbandzugänge verfügbar zu machen. Seitens der Bundesnetzagentur ist eine vierstufige Prioritätenliste für den Ausbau erstellt worden, die auf Rückmeldungen unterversorgter Gemeinden und Teilgemeinden in den Flächenländern beruht. Die Stadtstaaten sind nicht dabei. Es liegen aber eine Reihe unzulänglich versorgter Ortschaften im Land Brandenburg unweit der Berliner Landesgrenze. Aufgrund der hohen Funkreichweiten der ehemaligen Fernsehfrequenzen erscheint deshalb nicht ausgeschlossen, dass Stadtrandlagen wie Blankenfelde-Dorf von der prioritären Erschließung im Land Brandenburg profitieren können. Jeder der drei bei der Auktion der Digitalen Dividende erfolgreichen Mobilfunkanbieter hat mittlerweile erklärt, in den kommenden Monaten jeweils 1.500 Basisstationen mit LTE ausrüsten zu wollen.

Darüber hinaus ist bei der Frequenzauktion im Frühjahr umfangreiches Spektrum in anderen Bändern (1,8 GHz, 2 GHz, 2.6 GHz) vergeben worden. Hier war unter den erfolgreichen Bietern im übrigen auch E-Plus. Die Mobilfunkanbieter planen mit diesen Bändern insbesondere der boomenden Nachfrage nach mobilen Breitbandzugängen nachzukommen. Durch die Verbreitung der Immer-und-überall-Zugänge dürften auch die Chancen auf Breitbandzugänge für Berlins unzureichend versorgte Regionen steigen.

[Update_2 24.11.2010:] Zusätzlich hat E-Plus die Initiative gestartet, das bisher der Sprachtelefonie vorbehaltene 900 MHz-Band ("GSM") für mobiles Breitband nutzen zu können. Der Mobilfunker sieht sich damit im Einklang mit dem im letzten Jahr geänderten Rechtsrahmen in der EU, das 900 MHz-Band für Breitbanddienste zu öffnen. Beantragt hat E-Plus zunächst die Nutzung für einige breitbandunversorgte Regionen Mecklenburgs, Brandenburgs und Südwestdeutschlands. Die Entscheidung zur Freigabe liegt nun bei der Bundesetzagentur.

[Update_3 28.11.2010:] Auch die Deutsche Telekom hat zwischenzeitig offenbar ihre Preise für LTE festgelegt, wie heise berichtet. Das Angebot "Call & Surf via Funk" kostet zusammen mit einem Festnetz-Standardanschluss 39,95 Euro im Monat. Der Tarif soll vom April 2011 an in den Regionen angeboten werden, in denen es bislang noch keinen schnellen Internet-Anschluss via Festnetz gibt ("weiße Flecken"). Auf der Bestellseite ist der Tarif noch nicht ausgewiesen.

[Update_4 17.12.2010:] Die Bundesnetzagentur hat ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk für E-Plus. Nach Informationen von Welt Online wurde dem Antrag von E-Plus stattgegeben, die 900-MHz-Frequenzen auch für drahtloses Breitband zu verwenden. Ab sofort darf E-Plus diese Frequenzen an 25 Standorten verwenden, muss allerdings dabei benachbarte Frequenznutzungen von Telefónica/O2 und der Deutschen Bahn berücksichtigen. Dem Artikel zufolge reagiert O2 "verwundert", die anderen beiden Netzbetreiber dürften wohl ähnlich wenig erfreut zu sein. Bis Mitte 2011 will der Regulierer überdies prüfen, ob die Zuteilung der 900 MHz-Frequenzen neu sortiert werden soll, wie es die EU-Kommission angeregt hat.

[Update_5 21.07.2011:] Zwischenzeitig haben alle drei Lizenznehmer im 800 MHz-Band ihre LTE-Netze in den Regelbetrieb übergeführt. ZDNet hat in einem Artikel über den Ausbauverlauf einen Überblick der Ende Juni 2011 geltenden Tarife bzw wesentlichen Leistungsmerkmale ins Netz gestellt: http://digital-gap.de/LteTarife30062011 .

[Update_6 06.01.2012:] Erfolgreich hoch gepokert: Die Bundesnetzagentur hat am 19.12.2011 E-Plus die Nutzung der 900-Mhz-Frequenzen für Breitbandzugänge bewilligt. Damit stehen E-Plus nun zur Digitalen Dividende im 800-Mhz-Band vergleichbare Frequenzen der GSM-Mobiltelefonie quasi kostenlos zur Verfügung. Man wolle damit die "Grundversorgung für Smartphone-Nutzer auf dem Land " anstreben, wie es im hauseigenen Newsblog heißt. Als Technologie soll weiterhin HSPA mit bis zu 21,6 Mbit zum Einsatz kommen. Auch das ist deutlich günstiger, als auf die neue Technologie LTE zu setzen. Man wäre verwundert, wenn E-Plus nicht dennoch weiterhin quängeln würde: Jetzt geht es um eine Frequenzumverteilung im 900 Mhz-Band, die von der BNetzA gefordert wird.

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