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LTE : Frequenzauktion für den Breitbandausbau [Update_2 20.05.2010]
Geschrieben von Flora am 12.04.2010 08:30:00 (2185 x gelesen)

Am heutigen Montag beginnt die Bundesnetzagentur in Mainz die größte Versteigerung von Funklizenzen der deutschen Geschichte. Im Angebot sind Lizenzen ganz unterschiedlicher Frequenzbereiche, die aber alle für den Breitbandausbau von Bedeutung sind. Die vorhandenen Mobilfunkfrequenzen stoßen angesichts der rasanten Zunahme mobilen Breitbands an ihre Kapazitätsgrenzen, sodass bei den bisherigen Netzbetreibern großen Bedarf an zusätzlichen Frequenzen besteht. Und die bisher insbesondere im ländlichen Raum liegenden breitbandunversorgten Räume sollen mithilfe der aus der Umstellung auf digitales Fernsehen freigewordenen analogen Frequenzen ("Digitale Dividende") vorrangig ausgebaut werden.

Das Bieterfeld ist überschaubar geworden: An der Auktion nehmen nur die vier in Deutschland bekannten Mobilfunkanbieter teil. Zwei weitere Interessenten hatten die Zulassungsvoraussetzungen nicht erfüllt. Bei der Bundesnetzagentur herrscht Optimismus, dass die Versteigerung der Funkfrequenzen im 800 Megahertz sowie im 1,8, 2,0 und 2,6 Gigahertz-Bereich das Breitbandangebot in Deutschland pushen wird. Es sei klar, dass der ökonomische Druck dafür sorge, dass kein totes Kapital herumliege und Frequenzen gehortet würden, so der Chef der Bundesnetzagentur. Deshalb werde derjenige, der den durch die Auktion ermittelten realen Wert bezahlt, auch Gewähr dafür bieten, dass er am schnellsten das Netz aufbaut. Der Bundesfinanzminister dürfte die Auktion mit Interesse beobachten. Schätzungen zufolge soll die Auktion rund fünf Milliarden Euro einspielen.

[Update_1 09.05.2010] Seit vier Wochen läuft nun die größte Frequenzauktion in der Geschichte Deutschlands. Am Freitag stand der Gesamtauktionserlös nach 20 Auktionstagen bzw. der 156. Bieterrunde bei 3,046 Milliarden Euro. Das Auktionsende ist derzeit nicht absehbar. Das schreiben nun an diesem Wochenende auch die IT-Medien und revidieren damit ihre Spekulation von wenigen Tagen zuvor, dass das Ende kurz bevor stünde.

Erwartungsgemäß gibt es zur Auktion Begleitmusik von denjenigen, die nach ihrem Abschluss die Hand aufhalten wollen. Hersteller von Funkmikrofonen, Rundfunkbetreiber und andere behaupten, dass ihre Angebote durch die Nutzung insbesondere der Digitalen Dividende beeinträchtigt würden. Diese Nebengeräusche zielen indes allein darauf, die Preise ihres Anteils am Auktionserlös zu treiben. Die anschließende Lizenznutzung ist von der Bundesnetzagentur hinsichtlich möglicher Interferenzen streng reglementiert und technisch und natürlich auch finanziell regelbar. Noch absurder ist die Kritik, mit der einige Breitbandengagierte Aufmerksamkeit erheischen wollen. Sie geben vor zu wissen, die Frequenzen würden keineswegs vorrangig zur Schließung von Breitbandlücken verwendet. Die strikten Lizenzauflagen der Digitalen Dividende werden dabei absichtlich böswillig ausgelegt, um Unruhe unter den Betroffenen zu erzeugen.

[Update_2 20.05.2010] Die Auktion ist nach 27 Auktionstagen und einer Gesamtsumme von knapp 4,4 Milliarden Euro zu Ende gegangen. Das Ergebnis liegt damit nicht weit unterhalb des erwarteten Auktionserlöses. Alle zugelassenen Unternehmen haben Frequenzblöcke ersteigert, 41 standen zur Auswahl.

• Vodafone D2 GmbH: 1.422.503.000 Euro (für insgesamt 12 Blöcke)
• Telefónica O2 Germany GmbH & Co. OHG: 1.378.605.000 Euro (für insgesamt 11 Blöcke)
• Telekom Deutschland GmbH: 1.299.893.000 Euro (für insgesamt 10 Blöcke)
• (E-Plus (Erste MVV Mobilfunk Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH): 283.645.000 Euro (für insgesamt 8 Blöcke)

Alle Unternehmen erklärten im Anschluss an die Auktion, mit ihrem Ergebnis zufrieden zu sein. E-Plus hat keine Lizenz im Digitale Dividende-Band ersteigert. Das Unternehmen kündigte sogleich an, in den Städten eine alternative Breitbandinfrastruktur zu errichten. Von Telefónica O2 hieß es, noch in diesem Jahr LTE ausbauen zu wollen, auch im ländlichen Raum. Vodafone sagte, in den kommenden Monaten die Auktionsauflagen zu erfüllen und die nicht versorgten Regionen mit schnellem Internet über Funk zu erschließen. Auch die Telekom war es zufrieden und schickte per Twitter die Meldung in die Welt, nun die weißen Flecken zu beseitigen. Die beiden größten Mobilfunkanbieter teilten ferner mit, die höheren Frequenzen zur Befriedigung der wachsenden Breitbandnachfrage in den Ballungsräumen verwenden zu wollen. Welches Unternehmen im Einzelnen welche Frequenzblöcke erworben hat, ergibt sich aus der Übersicht der abschließenden 224. Runde. Ungeklärt ist, welche Tarifmodelle die Anbieter auf den Funkfrequenzen der Digitalen Dividende realisieren werden. Faktisch wird mit den Frequenzen ein Breitband-Universaldienst im Bundesgebiet ermöglicht, der aber durch fragwürdige Tarifmodelle gleich wieder ausgehebelt werden könnte.

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