DSLnachPankow - Kein Hochgeschwindigkeitsnetz im Osten Berlins? [Update_2 02.09.2006] - VDSL - Artikel
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VDSL : Kein Hochgeschwindigkeitsnetz im Osten Berlins? [Update_2 02.09.2006]
Geschrieben von Flora am 12.05.2006 15:20:00 (5994 x gelesen)

T-Com und T-Online hatten in dieser Woche geladen, um über das Hochgeschwindigkeitsnetz (50-Mbit/s.-VDSL-Netz) in der Bundeshauptstadt zu informieren. Nicht nur für die Berliner Medien war dies offenbar unspektakulär, und so hat allein der Tagesspiegel in seiner Donnerstagsausgabe berichtet. Zwar brachten gestern auch die einschlägigen ITK-Medien Meldungen (zum Beispiel Golem, Heise), doch diese stützen sich auf den Tagesspiegel-Bericht.

T-Com bestätigte die bekannten Ausbauziele des Hochgeschwindigkeitsnetzes, dass in wenigen Wochen 50 Prozent Berlins und bis Jahresende dann rund 90 Prozent der Stadt erschlossen sein sollten. Rein rechnerisch könnte also ganz Pankow in die Röhre schauen, wohnen hier doch 10 Prozent der 3,5 Millionen Berliner. Und auf Tagesspiegel-Nachfrage musste auch der für den hiesigen Ausbau verantwortliche T-Com-Vertreter einräumen, dass gerade die - überwiegend im Ostteil der Stadt liegenden - Glasfaserbereiche durch VDSL bis zum Jahresende nicht erschlossen würden.

Tatsächlich werden aber derzeit im Bezirk Pankow nicht nur in Prenzlauer Berg die VDSL-Kästen aufgebaut (s. Foto). DSLnachPankow hat in früheren Meldungen bereits über den VDSL-Aufbau im Bezirk berichtet, zusätzliche Informationen enthält unser Diskussionsbereich. Details illustriert die T-Com-Karte der 136 Berliner Anschlussbereiche im Anhang. Im Gespräch mit DSLnachPankow wies der Berliner Pressesprecher der DTAG darauf hin, dass der Ausbau der in diesem Jahr nicht mit VDSL erschlossenen Berliner Bereiche Anfang des kommenden Jahres erfolge. Unabhängig vom VDSL-Ausbau gibt es keine Hinweise darauf, dass der forcierte, von der DTAG bis Ende 2006 angekündigte DSL-via-Opal-Ausbau in Pankow ausfällt.

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Tarife für das Hochgeschwindigkeitsnetz sind nicht mitgeteilt worden. Es heißt, man plane massenmarkttaugliche Preise. In der vergangenen Woche spekulierte der IT-Branchendienst Golem über monatliche Kosten in Höhe von 100 Euro. Unwahrscheinlich, dass dieser Preis massenmarkttauglich ist, selbst wenn es sich dabei um das All-inklusive-Paket handeln sollte. Auf abgespeckte Varianten gibt es indes noch keine Hinweise. Unklar ist auch, was an dem aktuell vorgestellten Produktportfolio für "T-Home", so der Name des Angebotes aus dem Hause T-Online für das Hochgeschwindigkeitsnetz, jenen neuen Markt darstellt, der den Netzbetreiber T-Com berechtigt, die Wettbewerber aus diesem Netz zu halten.

Die bisher bekannten Elemente des T-Home-Angebotes DSL-Zugang, Telefonieren zum Pauschalpreis, interaktive Angebote wie Spielen, Interaktives TV, Musikstreams, Music-on-Demand sowie TV rauf und runter (100 Sender frei empfangbares und Pay TV, auch in bester Qualität (HDTV), zeitversetztes Glotzen, Video auf Abruf, persönlicher Videorecorder sowie elektronische Programmzeitschrift) nehmen bei der Aufzählung viel Raum in Anspruch. Sie sind aber nichts, was nicht bereits Standard-DSL mit hohen Geschwindigkeiten oder ADSL2+ leisten könnte. T-Online selbst vermarktet schon heute ein Produkt namens T-Online Vision, dem T-Home sehr ähnelt. Und dieses Angebot läuft mit einem 6 Mbit/s.-Anschluss.

Schwer zu glauben, dass die Europäische Kommission so zu überzeugen sein wird, ihren Widerstand gegen die Wettbewerbsfreiheit des neuen T-Com-Netzes aufzugeben. So ist in der Frage des Wettbewerbes auch im Mai 2006 alles beim alten. Hier die DTAG mit Unterstützung der Bundesregierung, dort die Wettbewerber, ihre diversen Verbände und die Europäische Kommission. Eine ganze Weile war es in diesem Konflikt still, bis kürzlich ein vom Branchenverband BREKO in Auftrag gegebenes Gutachten die DTAG wegen ihrer Forderung nach vorübergehendem Schutz für ihr bundesweites 3,3 Milliarden Euro VDSL-Investment wenig überraschend scharf angriff.

Indes ist von den Ankündigungen einiger großer DTAG-Wettbewerber, eigene Hochgeschwindigkeitsnetze bundesweit oder in Ballungsräumen zu errichten, nichts zu sehen. Verantwortlich wird natürlich auch dafür die DTAG gemacht, die wenig Bereitschaft erkennen lässt, ihre Leerrohre den Wettbewerbern für kleines Geld zu überlassen. So beschränken sich die DTAG-Wettbewerber zurzeit darauf, Angebote über die bestehenden Netze zu stricken, die T-Home ähneln (Link).

Der Vermarktungsbeginn von T-Home ist mit dem Start der neuen Fußballbundesligasaison, an der T-Online die Onlinerechte hält, vorgesehen.

[Update_1 24.05.2006:] Was in den letzten Tagen geschah:

Parallel zur WM-Städte-"Roadshow" der DTAG zur Vorstellung von T-Home/VDSL Bekanntgabe neuer Auftragsgutachten mit alten Erkenntnissen zum Wettbewerb beim VATM (Studie, pdf-Datei, ~350KB) (24.05.2006). Zuvor in Grundzügen schon in einer Pressemitteilung bei Breko (Link) nachzulesen (17.05.2005). Am selben Tag gibt Breko auch die Zusammenfassung einer kritischen Stellungnahme (Gutachten) zur für die Wettbewerbsfreiheit des DTAG-Hochgeschwindigkeitsnetz maßgeblichen Definition "neuer Markt" bei der Bundesnetzagentur bekannt (Link).

Unterdessen startet die Deutsche Telekom ihre Imagekampagne "Hallo Zukunft" für das Hochgeschwindigkeitsnetz/T-Home (Link) (22.05.2006). "Die Leistungswerte des Unternehmens Innovationsführerschaft, Service und Corporate Responsibility werden erlebbar", heißt es dazu in der Pressemitteilung.

[Update_2 02.09.2006:] VDSL-Kabelverzweiger (links) neben Outdoor DSLAM für DSL via Glasfaser. Direkt nebeneinander im Glasfaserbereich in Weißensee.

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